Aktuelles

WK des Zivilschutzes im Oberbaselbiet

Was ist denn das?

 

Fünfzehn Zivilschutzdienst-Leistende bestritten kürzlich ihren Einsatz im Fachkurs Kulturgüterschutz. Unter der Leitung von Instruktor Thomas Hochuli leisteten sie wertvolle Arbeit in den Archiven der Ortssammlung Gelterkinden und des Heimatmuseums Oltingen, Wenslingen, Anwil.

 

“Was ist denn das?” Der das fragt, ist Etienne Dürst. Dürst macht gerade einen Fachkurs im Kulturgüterschutz. Der Einsatzort für den praktischen Teil der Ausbildung: das Depot der Stiftung Ortssammlung Gelterkinden OSG in der Fääli in Gelterkinden. Seine Kollegen wissen auch keinen Rat, wofür das Kupfergefäss einmal gedient haben sollte. Zum Glück ist Hans Ruedi Hertig zugegen, mit seinen über 80 Lebensjahren voller Erinnerungen an frühere Zeiten. Er weiss Rat. “Das gute Stück ist eine Bettpfanne. Sie wurde in der Zeit, in der das Schlafzimmer noch nicht von einer Zentralheizung gewärmt wurde, mit glühender Kohle gefüllt und unter dem kalten Bett platziert. So konnte man daraufhin in ein wohlig temperiertes Bettzeug steigen”. 

 

Lokalhistorische Kulturgüter werden inventarisiert 

Dank dieser Auskunft kann Dürst das Objekt nun inventarisieren. Dafür steht ihm ein Notebook mit einschlägiger Software zur Verfügung. So wird die Bettpfanne ausführlich beschrieben (Material, Grösse, Zustand, Herkunft usw.) - und ergänzt mit der perfekten Fotografie, die seine Kollegen in ihrem mobilen Atelier soeben gemacht haben. Das Inventar-Programm hat eine eindeutige Nummer ausgespuckt, welche an einer unauffälligen Stelle auf die Pfanne geschrieben wird. Dafür ist eine weitere Station eingerichtet worden. “Die Verbindung von Inventarnummer und dem letztendlichen Archivierungsplatz (Gestell 1, Fach 1) erlaubt es, dass die Pfanne später wieder gefunden werden kann”, erklärt Patrik Schaub, der Zugführer der Kulturgüterschutz-Kompanie Oberes Baselbiet. Der Gelterkinder absolviert gerade seinen Wiederholungskurs im Zivilschutz. Da das OSG-Depot über Tausende von Gegenständen verfügt, ist dieses Bemühen um eine sorgfältige Archivierungssystematik nicht unberechtigt. Der Zweck des Kulturgüterschutzes ist es, das Vermächtnis der Vergangenheit für die Zukunft zu bewahren. “Dabei pflegen wir nicht nur die grossartigen Denkmäler und die wertvollen Kunstwerke sondern auch die auf den ersten Blick unscheinbaren Erbstücke aus dem Alltag unserer Vorfahren - wie eben diese Bettpfanne”, betont Stefanie Wagner, die kantonsweit die fachliche Expertise zum Kulturgüterschutz beiträgt. So wie jetzt gerade im Oberbaselbiet.

 

Eine Bettpfanne wird öffentlich

Etienne Dürst und seine sechs Kollegen lernen in diesem Kurs nicht nur das Handwerk des Kulturgüterschutzes. Sie tragen auch aktiv dazu bei, das lokalhistorische Kulturgut zu bewahren und dieses für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dank ihres Einsatzes können ab nächster Woche rund hundert weitere Gegenstände aus dem Archiv der OSG online abgerufen werden. Anregung: Geben Sie auf www.kimweb.ch einfach den Begriff “Bettpfanne” ein und Sie werden fündig!

Die Stiftung Ortssammlung erhält immer wieder Schenkungen oder Leihgaben von Künstlern mit Bezug zu Gelterkinden. Wir möchten an dieser Stelle den Dank für diese Grosszügigkeit aussprechen. Die Bilder und Gegenstände sind auch unter www.kimweb.ch inventarisiert. Mehr Details finden sich dort.

Bilder von Erich Fehlmann (1934 -1971)

Der Sohn von Erich Fehlmann stellte der OSG mehrere Lithografien, Zeichnungen und Gemälde des bis zu seinem frühen Tod an der Langmattstrasse in Gelterkinden wohnhaften Künstlers zur Verfügung. Unten stehend zwei Lithografien und eine Zeichnung (mittleres Bild). Zwei Bilder zeigen Gelterkinder Örtlichkeiten.


Schenkungen

Bereits letztes Jahr konnten wir die unten dargestellten Neuzugänge für unsere Kunstsammlung vermelden.

Heinrich Thommen stellte uns Bilder von Albert Zehntner zur Verfügung, alle mit Sujets von Gelterkinden und Umgebung (obere drei Bilder).

Aus dem Nachlass des kürzlich verstorbenen René Grieder durften wir zwei Stillleben zweier regionaler Künstler entgegennehmen. 

Karl Pümpin war ein Maler aus Gelterkinden und Emil Berger wirkte in Sissach.

  


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karl Pümpin, Gelterkinden 1907 - 1975

Emil Berger, Sissach, 1890 - 1979

Aktuell ausgestellt als Leihgabe im Heimatmuseum Sissach.


Kirchrain, Aquarell aus dem Jahr 1826

Wohl eines der ältesten Bilder im Besitz der OSG. Das Aquarell von S. Laudier wurde kürzlich angeschafft. Die in naiver Technik gemalte Gelterkinder Postkarten-Ansicht stellt Dorfszenen mit Menschen in Trachten und Alltagskleidern dar. Der Freiheitsbaum scheint ein Vorbote auf die kommenden Sezessionswirren zu sein.